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Ein Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die nicht direkt durch Übergewicht verursacht wird. Dennoch kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung eine entscheidende Rolle spielen, um begleitendes Übergewicht zu reduzieren, Entzündungen zu hemmen und die Beschwerden zu lindern. Hier erfahren Sie, welche Ernährungsweisen und Lebensmittel besonders empfehlenswert sind und welche Sie meiden sollten.
Geprüft durch den Autor
Dr. Katrin Lossagk ist hochspezialisierte Lipödem-Expertin sowie Gründungsmitglied und ärztliche Leitung von LIPOCURA®. Die Erforschung des Krankheitsbildes sowie der ganzheitliche Behandlungsansatz liegen ihr besonders am Herzen.
Dr. med. Katrin Lossagk
Ärztliche Leiterin Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Inhaltsverzeichnis
Auch wenn das Lipödem selbst keine Folge von falscher Ernährung ist, können ungünstige Essgewohnheiten die Symptome verschlimmern und die Lebensqualität beeinträchtigen. Eine entzündungsfördernde Ernährung kann beispielsweise Schwellungen und Schmerzen verstärken. Umgekehrt kann eine anti-entzündliche Kost dazu beitragen, die Beschwerden zu mildern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
Die mediterrane Ernährung ist reich an Obst, Gemüse, Nüssen, Olivenöl, Hülsenfrüchten, Fisch und magerem rotem Fleisch. Sie ist bekannt dafür, das Herz-Kreislauf-System zu stärken und Entzündungen im Körper zu reduzieren. Diese positive Wirkung auf Entzündungsprozesse macht sie besonders vorteilhaft bei Lipödem.
Eine kohlenhydratarme Ernährung eignet sich optimal, um begleitendes Übergewicht zu regulieren. Bei der ketogenen Ernährung wird der Körper in einen Zustand der Ketose versetzt, bei dem Fett statt Kohlenhydrate als primäre Energiequelle genutzt wird. Dies reduziert die Insulinausschüttung, da hohes Insulin mit Fetteinlagerung und Entzündungen verbunden ist. Durch die Reduzierung von Kohlenhydraten kann diese Ernährungsform helfen, Entzündungen zu verringern und Schmerzen zu mildern. Typische Lebensmittel sind Gemüse, Hülsenfrüchte, Eier, Fisch und Beeren. In Zusammenarbeit mit Foodpunk wurde beispielsweise ein spezielles Ernährungsprogramm entwickelt, das Patientinnen vor und nach einer Lipödem-OP unterstützt.
Die basische Ernährung zielt darauf ab, den Säure-Basen-Haushalt des Körpers auszugleichen. Dabei wird der Verzehr von säurebildenden Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Weissmehl und Zucker reduziert. Stattdessen werden basenbildende Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Samen und Nüsse bevorzugt. Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt kann sich positiv auf Entzündungsprozesse auswirken.
Omega-3-Fettsäuren wirken sich positiv auf Entzündungsprozesse im Körper aus, indem sie diese verringern. Es ist daher empfehlenswert, sie regelmässig in die Ernährung zu integrieren. Die besten Quellen sind fetter Fisch wie Makrele, Lachs, Sardinen und Hering. Pflanzliche Quellen sind Leinsamen, Chiasamen und Walnüsse sowie hochwertige Öle wie Leinöl und Walnussöl. Omega-3 kann zudem das Risiko für Übergewicht reduzieren und die Insulinreaktion des Körpers verbessern.
Viele Patientinnen berichten von positiven Effekten von Kurkuma bei der Schmerzbehandlung. Das Gewürz hemmt Entzündungsprozesse im Körper, regt den Stoffwechsel an und soll eine positive Wirkung auf die Hormonbalance haben.
Rezept für einen gesunden Kurkuma-Drink (Goldene Milch):
Wichtiger Hinweis: Mindestens zwei Wochen vor jeder operativen Behandlung sollten Sie auf Kurkuma verzichten.
Einige Lebensmittel können Entzündungen fördern und die Beschwerden des Lipödems verschlimmern. Verzichten Sie möglichst auf:
Kalorientracking ist das systematische Aufzeichnen der täglich konsumierten Lebensmittel und der dabei aufgenommenen Kalorien. Diese Methode kann ein Bewusstsein für die Menge und Art der Nahrung schaffen und hilft, spezifische Ernährungsziele zu erreichen, wie etwa Gewichtsreduktion oder die Optimierung der Nährstoffaufnahme. Apps und digitale Tools können das Tracking vereinfachen.
Intuitives Essen ist ein Ernährungsansatz, der darauf abzielt, eine natürliche Beziehung zum Essen aufzubauen. Es basiert auf der Idee, körperliche Hunger- und Sättigungssignale zu erkennen und zu respektieren, anstatt Kalorien zu zählen oder strengen Diätregeln zu folgen. Die Grundprinzipien umfassen:
Die richtige Ernährung ist ein wichtiger Baustein im Management des Lipödems. Auch wenn sie das Lipödem nicht heilen kann, trägt eine bewusste Lebensmittelauswahl dazu bei, Begleiterscheinungen wie Übergewicht und Entzündungen zu reduzieren und somit die Lebensqualität erheblich zu verbessern. Es ist immer ratsam, individuelle Ernährungspläne mit einem Arzt oder einer Ernährungsberaterin zu besprechen, um die bestmögliche Unterstützung zu erhalten.
Bei Lipödem ist eine entzündungshemmende, ausgewogene Ernährung empfohlen – reich an frischem Gemüse, gesunden Fetten (z. B. Omega-3), hochwertigen Proteinen und möglichst arm an Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln. Auch ausreichend Trinken (Wasser, ungesüsster Tee oder Kurkuma-Drinks) unterstützt den Lymphfluss.
Ja, eine gesunde Ernährung hilft Ihnen, Ihr Gewicht zu kontrollieren und Begleiterkrankungen zu reduzieren. Während das Lipödem-Fett nicht direkt durch Ernährung abgebaut werden kann, verringert eine Ernährungsumstellung begleitendes Übergewicht. Dies lindert Symptome wie Gelenkschmerzen und verbessert Ihr Wohlbefinden.
Nein, Lipödem ist durch Ernährung nicht heilbar. Leider gibt es bisher keine vollständige Heilung, da auch die genaue Ursache nicht abschliessend geklärt ist. Konservative Therapien können zwar kurzfristig helfen, führen aber nicht zur Reduktion der erkrankten Fettzellen.
Die Liposuktion bietet eine effektive Option, da sie erkrankte Fettzellen dauerhaft entfernt. Diese bilden sich an den behandelten Stellen nicht erneut. Obwohl die Veranlagung zum Lipödem bestehen bleibt, erzielt diese Methode sowohl psychisch und physisch als auch ästhetisch sehr gute Ergebnisse.
Setzen Sie auf eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung. Es gibt keine spezielle Lipödem-Diät. Ergänzen Sie Ihre Ernährungsumstellung mit regelmässiger Bewegung, um den Abnehmprozess zu unterstützen und sich fitter zu fühlen.
Um den Jo-Jo-Effekt zu vermeiden, ist eine langfristige Umstellung Ihrer Essgewohnheiten entscheidend: Bewusstes Essen: Nehmen Sie sich Zeit beim Essen, damit das Sättigungsgefühl rechtzeitig einsetzt Emotionales Essen vermeiden: Entwickeln Sie gesunde Strategien statt Frustessen Gesunde Snacks wählen: Greifen Sie zu Obst oder anderen nährstoffreichen Alternativen
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