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Frauen mit Lipödem leiden oft nicht nur unter Schmerzen, Druckempfindlichkeit und körperlichen Einschränkungen. Viele Patientinnen erleben auch, wie schwer es sein kann, mit ihren Beschwerden ernst genommen zu werden. Manche warten Jahre auf die richtige Diagnose oder müssen ihrem Umfeld immer wieder erklären, dass ein Lipödem keine rein ästhetische Frage ist.
Die Veröffentlichung der aktuellen Lipödem-Forschung im renommierten und einflussreichsten medizinischen Fachjournal The Lancet macht deshalb Mut: Sie bedeutet eine aussergewöhnliche internationale Anerkennung für ein Krankheitsbild, das über viele Jahre zu wenig erforscht, häufig übersehen und in seiner Bedeutung unterschätzt wurde.
Für betroffene Frauen, behandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie die gesamte Lipödem-Community ist diese Veröffentlichung ein wissenschaftlicher und gesundheitspolitischer Meilenstein. Sie verändert die Diskussion darüber, welche Ziele eine moderne Lipödem-Therapie verfolgen sollte, und stärkt die Grundlage für eine bessere Gesundheitsversorgung auf internationaler Ebene.
The Lancet gehört zu den ältesten, bekanntesten und einflussreichsten medizinischen Fachjournalen der Welt. Das Journal wurde bereits 1823 gegründet und veröffentlicht international relevante Forschung aus nahezu allen Bereichen der Medizin.
Eine Veröffentlichung im The Lancet erhält internationale Aufmerksamkeit. Die dort publizierten Ergebnisse werden weltweit von Forschenden, Ärztinnen und Ärzten, medizinischen Fachgesellschaften und Institutionen wahrgenommen. Sie können die Weiterentwicklung medizinischer Leitlinien, Behandlungsstandards und Versorgungssysteme beeinflussen.
Genau deshalb besitzt die Publikation zur Liposuktion bei Lipödem eine so grosse Relevanz: Die chronische Erkrankung und ihre operative Behandlung werden nicht mehr nur innerhalb einer begrenzten Fachcommunity diskutiert. Sie erreichen eine der weltweit sichtbarsten Bühnen der Medizin.
Im September 2026 erschienen im The Lancet zwei eng miteinander verbundene Veröffentlichungen:
Die dort vorgestellte klinische Studie untersucht, wie wirksam die Liposuktion im Vergleich zu einer fortgeführten konservativen Therapie ist. Der begleitende Kommentar ordnet die Ergebnisse fachlich ein und stellt die grundsätzliche Frage, ob sich die Behandlungsziele beim Lipödem verändern müssen.
Bislang beruhten viele Erkenntnisse über die operative Lipödem-Behandlung auf klinischen Erfahrungen und Beobachtungsstudien. Diese hatten bereits auf langfristige Verbesserungen von Schmerzen und Lebensqualität hingewiesen. Was jedoch fehlte, war eine ausreichend grosse randomisierte und kontrollierte Studie.
In der LIPLEG-Studie nahmen insgesamt 410 erwachsene Patientinnen an elf deutschen Studienzentren teil. Bei allen Teilnehmerinnen lag ein diagnostiziertes Lipödem der Beine im Stadium I, II oder III vor.
Diese Teilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt:
Zwölf Monate nach der letzten Liposuktion beziehungsweise nach der zufälligen Einteilung ergab sich ein deutlicher Unterschied:
Auch die durchschnittliche Entwicklung der Schmerzen unterschied sich deutlich. In der Liposuktionsgruppe nahm der Beinschmerz eher ab, in der konservativ behandelten Gruppe stieg der durchschnittliche Wert dagegen leicht.
Der begleitende Lancet-Kommentar formuliert eine Aussage von ausserordentlicher Tragweite:
To date, liposuction is the only intervention with curative potential. / Die Liposuktion ist derzeit die einzige Behandlung des Lipödems mit potenziell kurativem Ansatz.
Was bedeutet die Publikation aber nun für die Zukunft der Lipödem-Therapie? Die The-Lancet-Veröffentlichung kann den Umgang mit dem Lipödem auf mehreren Ebenen verändern, unter anderem:
1. Mehr Sichtbarkeit für die Erkrankung
Eine Publikation in einem weltweit führenden Medizinjournal erhöht die internationale Wahrnehmung des Lipödems. Das ist besonders wichtig, weil viele Patientinnen noch immer lange auf eine korrekte Diagnose warten.
2. Neue Diskussion über Therapieziele
Die Versorgung kann sich von einer ausschliesslich symptomorientierten Dauerbehandlung hin zu einer Strategie entwickeln, die bei geeigneten Patientinnen das krankhaft vermehrte Fettgewebe gezielt adressiert.
3. Höhere Anforderungen an Behandlungsqualität
Mit zunehmender Anerkennung der Liposuktion wächst auch die Verantwortung, Patientinnen in spezialisierten Strukturen zu behandeln. Entscheidend ist nicht nur, ob operiert wird, sondern wie sorgfältig Diagnose, Planung, Durchführung und Nachsorge erfolgen.
Für langjährige Lipödem-Kämpferinnen ist die The-Lancet-Veröffentlichung viel mehr als nur eine wissenschaftliche Bestätigung ihrer Beschwerden. Das Lipödem ist eine schmerzhafte Erkrankung und keine rein ästhetische Abweichung. Die Therapie muss daher an klinisch relevanten Zielen wie Schmerz, Beweglichkeit und Lebensqualität gemessen werden.
Die Publikation stärkt vielmehr aber auch die Rolle der Liposuktion als medizinisch begründete Behandlungsoption. Lange Zeit stand vor allem die dauerhafte Kontrolle der Beschwerden durch konservative Massnahmen im Vordergrund. Patientinnen sollten lernen, mit der chronischen Erkrankung und der häufig lebenslang erforderlichen Therapie umzugehen.
Die Veröffentlichung der neuen Daten eröffnet eine weitergehende Perspektive. Das Behandlungsziel kann bei geeigneten Patientinnen über eine vorübergehende Linderung hinausgehen. Konkret bedeutet das:
Die Veröffentlichung ist damit kein pauschales Versprechen, dass jede Liposuktion zu Beschwerdefreiheit führt. Sie ist aber ein sehr starkes wissenschaftliches Signal dafür, dass die Operation bei entsprechend ausgewählten Patientinnen einen klinisch relevanten Vorteil bieten kann.
Die Veröffentlichung der LIPLEG-Studie in The Lancet stellt einen aussergewöhnlichen wissenschaftlichen Meilenstein für die Lipödem-Behandlung dar, sowohl in der Schweiz als auch international.
Erstmals zeigt eine grosse randomisierte, kontrollierte Multicenter-Studie, dass die Liposuktion der konservativen Therapie bei der klinisch relevanten Schmerzreduktion deutlich überlegen sein kann. Der begleitende Kommentar des renommierten Fachjournals bezeichnet die Liposuktion bei Lipödem zudem als derzeit einzige Behandlung mit potenziell kurativem Ansatz. Damit wird die grundlegende Frage aufgeworfen, ob sich die Behandlungsziele beim Lipödem neu ausrichten müssen, weg von einer dauerhaften Symptomkontrolle und hin zu einer Therapie, die das krankhaft vermehrte Fettgewebe direkt entfernt.
Für LIPOCURA® bestätigt diese internationale Anerkennung, wie wichtig eine fachlich fundierte und spezialisierte operative Lipödem-Therapie ist. In unseren Fachzentren werden Patientinnen von spezialisierten Fachärzten begleitet, die sich intensiv mit dem Krankheitsbild, seinen unterschiedlichen Ausprägungen und den besonderen Anforderungen der operativen Behandlung beschäftigen. Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Körperareale, sondern die Patientin als Ganzes: von der ausführlichen Beratung und individuellen OP-Planung über die sichere Durchführung bis zur strukturierten Nachsorge. Die fachärztliche Beratung bietet den geeigneten Rahmen, um die persönliche Ausgangssituation zu beurteilen und weitere Behandlungsschritte einzuordnen.
Die Publikation in The Lancet gibt Patientinnen berechtigten Anlass zu neuer Zuversicht. Zugleich unterstreicht sie, dass wissenschaftliche Evidenz, ärztliche Spezialisierung und hohe Qualitätsstandards zusammengehören. Auf dieser Grundlage möchten wir die neuen Erkenntnisse verantwortungsvoll in eine individuelle Lipödem-Behandlung übersetzen.
Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie
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